Desafio MTB Alcarria 2016 in Sacedon 06.03.2016  ( ca. 50 km von Madrid )    

von Georg

 

Nachdem ich sowieso geschäftlich in Spanien war und mich meine Kollegen Aurelio u. Albert “gelöchert” hatten, bei diesem Rennen mitzufahren, war ich nun Sonntag morgens um 9:00 Uhr mit 1000 anderen Verrückten an der Startlinie in Sacedon. Angesetzt sind 77,0 km mit 1700 hm. Es geht drei ungleiche Runden um Sacedon.

 

Es ist ziemlich kalt, Das Auto hatte noch 1°C angezeigt, die Wiesen sind voller Raureif und die Pfüt-zen sind gefroren. Aurelio hatte noch erzählt, dass er vergangene Woche kurz bei 17 °C gefahren war……
 
Freundlicherweise hat mir Aurelio einen seiner High Tech Boliden ausgeliehen. Am Samstagabend nach dem Essen hatten wir noch alles am Rad eingestellt und vorbereitet.
 
Irgendwie hat mich schon beim Start so ein komisches Gefühl beschlichen, Die Spanier platzten alle fast vor Kraft……….klar, wenn man so gut wie keinen Winter hat und jeden Abend eine Std. mehr Hel-ligkeit, dann ist man uns Deutschen mit gefühlten 4 Monaten Dunkelheit und Pisswetter in diesem Fall klar im Vorteil.
 
Startschuss. Es geht los, Aurelio fährt in der Spitzengruppe, Albert fährt mit mir…..raus aus dem Ort, und gleich geht’s von 700m rauf auf 1000m. Es ist ziemlich steil und heftig, jetzt heißt es Rhythmus finden und eine gute Gruppe im großen Feld.
Ich schau mir während der Auffahrt mal die Bikes der anderen an, hauptsächlich rollt hier ordentliches bis sehr gutes Material rum. Auch zwei Fatbikes kann ich endlich mal in freier Wildbahn sehen. Sonst sehe ich die Dinger immer nur im Laden.  
 
Die Zuschauer rufen hier in Spanien nicht hop, hop wie zu Hause, sondern  vamos, venga , die Botschaft ist jedenfalls dieselbe.
 
Das unrhythmische Auf und Ab, Rampen von bis zu 20%, der felsige oder wahlweise matschige Boden und die heftigen Abfahrten tun ihr übriges, um mir die Oberschenkel leer zu saugen.

 

Die Fahrt geht durch die La Mancha, eine hauptsächlich mit Büschen und kleinen Bäumen bewach-sene Gegend. Der Boden ist rot lehmig mit Steinen, manchmal sandig. Nass eine heftige Mischung….
Die ersten Bäume blühen, alles sehr schön anzuschauen, fast wie Frühling, wenn es nicht so kalt wäre.
 
Nach ca. 40 km kommt mir die leise Vorahnung, dass ich heute seit langem mal wieder nicht finishen kann. Ich habe für dieses brettharte Rennen einfach zu wenige Grundlagen KM und zu wenig Zeit auf dem Rad verbracht. Ganze 200 km an der Zahl. Mein Kollege hatte alleine im Januar 700 km Radkilo-meter. Die Luft wäre nicht das Problem, aber die Beine sind irgendwann einfach leeeeeeeer….
 
Nach 55,0 km und 1300 hm kommen wir zum 2. Mal nach Sacedon, und ich merke heute geht einfach nichts mehr, ich steige aus und versuche mich in der sparsamen Sonne zu wärmen. Die Temperaturen sind immer noch einstellig, der Wind tut sein Übriges.
Da ist die Bestätigung meines unguten Startgefühls, 77,0 km MTB- Rennen macht man nicht einfach so….  
 
Danke an Aurelio und Albert für dieses tolle Rennen, bestens organisiert. An den Verpflegungsstellen alles da, was man braucht…... Im Zielbereich gibt es Paella, wie damals in Villa Riba und Villa Bacho in einer riesigen Pfanne auf der Plazza im Freien gekocht,  nach dem Rennen einfach himmlisch.

 

…….. und für kommendes WE sind 18,0°C angesagt. ;o(
 
Ergebnis inoffiziell (86./ 226 ) da Langdistanz gemeldet, nach Mitteldistanz raus. Offiziell DNF.



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