Albmarathon in Schwäbisch Gmünd am 25.10.2014 

von Markus          

Am 25.10.14 fand in Schwäbisch Gmünd der sogenannte Albmarathon statt. DieserLauf ist kein ganz gewöhnlicher Marathon.
Hier gilt es nämlich 50 km mit insgesamt 1100 Höhenmeter zu bewältigen. Imwesentlichen führt die Strecke über die drei sogenannten KaiserbergeHohenstaufen , Rechberg und Stuifen.
Aber auch die vielen kleinen "auf und ab " Passagen dazwischen habenes in sich. Nicht umsonst ist dieser Lauf einer der 7 Ultras im Europacup.Entsprechend war auch die internationale Beteiligung.
Der Albmarathon gilt auch als der größte Ultralauf Süddeutschlands.
Der 25km Rechberglauf sowie ein 10er und diverse Jugendläufe ergänzen diesesLaufevent hervorragend.

Zusammen mit Conny (vom Team Evaldo) und ihrem Mann Micha sind wir schon amFreitag abend angereist. Dies sollte das ganze etwas entspannter angehenlassen.
Gmünd hat eine wunderschöne Altstadt mit vielen kleinen Gassen und einigenhistorischen Gebäuden und Kirchen. Im Start/Zielbereich drehte sich alles umund im sogenannten "Prediger"
Ein Bestandteil bzw. Überbleibsel eines ehemaligen Kloster...schönes Ambiente.
Nach der Abholung der Startunterlagen am Freitag war dann ein für mich schonfast obligatorischer Besuch bei einem Italiener fällig. Nachdem das ein oderandere Restaurant schon um 19:00 Uhr ausgebucht war, wurden wir von einerItalienerin lautstark an der Türe förmlich in ihre Pizzeria eingeladen.
Das hat sich gelohnt...Portionen für zwei..leider stellte sich heraus, dass dieuns an der Türe angepriesenen Angebote dann doch schon aus waren !

Die Nacht im Hotel war kurz...das lag aber nicht daran, dass wir etwa zu spätdran waren...nee,.. So gegen 4:30 wachte ich von einem Höllenlärm auf. Beieinem Blick aus dem Fenster wurde ich noch von riesen Scheinwerfer geblendet.
Es handelte sich um einen Hubschrauber mit Mega Scheinwerfer der irgendwas inden Gassen der Altstadt suchte und das quasi alles ausleuchtete...ein paarPolizeisirenen gaben den passenden Rahmen dazu. Das ganze ging so bis ca. 6:00Uhr....soviel zum Thema in Ruhe ausschlafen.
Allerdings stellte sich beim Frühstück heraus, dass nicht jeder diesesSpektakel mitgekommen hat ...gell Conny, nix geht über einen guten Schlaf ;-)
Am nächsten Tag erfuhr ich, dass sich  eine gesuchte Person bzw.Verbrecher eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte. Nach mehrerenKollisionen und beschädigten Streifenwagen konnte der Typ irgendwann morgensfestgenommen werden. Der hätte ja auch noch eine Nacht warten können ;-)

So genug mit dem "drumherum" Geschwätz....das wird vielleicht nichtAlle interessieren und schließlich wollte ich ja vom Lauf berichten. :-)

Zum Wetter kann man sagen, dass wir uns schon am Freitag abend über einen fastwolkenlosen Himmel und die guten, vor allen trockenen Prognosen , mehr alsfreuten.
Am Laufmorgen (Start 10:00 Uhr) war es schon noch recht kühl und durch denNebel auch relativ feucht, aber nach und nach wurde es besser. Ab und an kamauch die Sonne durch. Gefühlt waren es so zwischen 10-15 Grad. Für uns also ein perfektes Laufwetter.

 

 

Da wir uns beide mental nicht so richtig auf die kommenden Steigungeneinstellen konnten und auch in der Vorbereitung (auch Marathon in KA) das einoder andere mal durchaus zu kämpfen hatten, beschlossen wir mit ca. 6:30 min/kmanzufangen. Insgesamt hatten wir natürlich das Ziel bei diesem Ultra gesund,aber sicher anzukommen...Zeiten sollten keine Rolle spielen. Ich bin aberehrlich...im Hinterkopf schwirrte eine Zeit von ca 6 Std., ideal wäre 5:30 Std.
Aber losgelöst von jeglichem Zeitdruck gingen wir um 10:00 Uhr dann gemeinsammit ca. 800 TN (incl Staffeln und 25 km TN) über die Startlinie. Die 6:30hielten wir nicht ganz ein, aber schon eine 6:00 führte dazu, dass wirpermanent überholt wurden und ich mich öfters umschaute, ob wir nicht schon dieletzten sind...;-)
Die ersten 4km waren recht flach, teilweise sogar mit Gefälle bevor wir dannbei km behutsam die ersten Hm zu spüren bekamen. Die Top-Cracks waren alleenteilt, sodaß wir dann in unserer Gruppe nicht die einzigsten waren die dasTempo der Steigung anpassten und auch schon mal die ersten Gehpausen einlegten.

Nach 10 km bekamen wir  zum ersten Mal die 1. Herausforderung des Tages(Hohenstaufen) zum sehen...uiuiui...aber  es ging zunächst gemächlich hoch.
 

 

 

.Als es für uns so richtig knackig wurde, kamen uns die ersten Läufer auch schonwieder bergab entgegen.  Der Gedanke, dass ich in hoffentlich wenigenMinuten ebenfalls abwärts pacen werde, motivierte mich schon ungemein. Als wirnun bergab Tempo aufnahmen und uns immer noch genügend Teilnehmer aufwärtsentgegenkamen wurden wir noch glücklicher !

Generell motivierten Conny und ich uns gegenseitig...wir waren nun doch mental aber vor allem körperlich sehr gut drauf (eigentlich auch zuunserer Überraschung) .  Gemeinsam läufts es sich halt einfachs besser.
Wir wurden mit wirklich allen "Untergründen" konfrontiert.. ÜberAsphalt, Feldwege mit mehr oder weniger Schotter, Wiesenwege mit Rutschgefahr,Trails mit "Matschfaktor", alles war gegeben.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor waren auch die zahlreichenVerpflegungsstationen...da gab es einfach alles was man sich so bei einem Laufwünschen kann. Wir nahmen uns auch richtig Zeit, das angerichtete Buffetjedesmal zu geniessen. Am Rechberg (Halbzeit 25km) verweilten wir bestimmt 2-3 Minuten.
 

 

 

Hier bei dem Ziel der 25km Läufer war ein richtiges feines Stimmungsnest. Soca. 300m vor dem höchsten Punkt  des Rechberg hörten wir schon unsereNamen...cool. Dieser Anstieg war das Meisterstück des Albmarathon. Zu Begin imÖrtchen Rechberg wurden wir musikalisch auf den Anstieg eingestimmt....
Schaut hier:
https://www.youtube.com/watch?v=HPcccNOUog0  .  Dieshörte man bis fast ganz nach oben. Sowas hätten wir gerne öfters zurUnterstützung gehabt...ist aber klar das dies bei so einem Landschaftslaufnicht immer geht. Dafür waren die Helfer an den Verpflegungsstationen eineWucht...sehr freundlich und zuvorkommend mit aufmunternden Motivationssprüchenfür jedermann/-frau.

So und nu....waren zwei der drei Kaiserberge geschafft. Während desabwärtslaufen vom Rechberg sortierte und entzerrte sich das Feld weitestgehend.Mal überholten wir...mal wurden wir überholt. Dem einem lag das Bergauf laufenüberhaupt nicht, dafür wird dann bergab wieder gerast ohne Ende undumgekehrt...

Zwischen Rechberg und dem Stuifen liefen wir auf einen Läufer mit Sandalenauf....Ich dachte sofort an das Buch "Born to run" von ChristopherMcDougall über eine Urvolk der Tarahumara in den Bergen Mexicos. Der Läuferbestätigte mir seine Zuneigung zu  einmaligem Läufervolkolk über das dieAllgemeinheit viel zu wenig weiß....
(Habe ich auch gelesen...auf Empfehlung von Conny während der Vorbereitungunseres Event)     :-))

 

 

Teilweise kam  der Läufer bei den feuchten und matschigen Strecken besserzurecht als mancher in profilierten Schuhen !

Jetzt ging es etwas zügiger Richtung Stuifen...logo, die Zuversicht über dasfinishen wuchs enorm an....das Wetter klarte etwas auf...und da war ja nur nochein Bergchen vor uns.
Zum ersten Mal mussten wir uns beherrschen, das wir nicht zu schnell wurden....

Beim Stuifen muss man nicht ganz auf den Gipfel, dafür aber über einen feinenmatschigen und verwurzelten Trail einmal in ca. 3/4 Höhe außen herum. Dasmachte Laune....

 

 


Anschließend sollte es größtenteils nur noch bergab gehen...eine Ausnahmehatten wir noch auf dem Radar. Bei der Startunterlagenabholung wies uns nochein ehemaliger Finisher auf ein kleine aber nicht ganz feine Rampe bei km 42hin.
Soweit so gut.....nun kam aber so ein Ding schon bei km 34. Dies warf uns fürkurze Zeit etwas aus der "mentalen" aber auch muskulärenBahn...obwohl wir eigentlich das Höhenprofil zu genüge studiert hatten....
Was soll's...nach einer weiteren Pause an der nächsten Verpflegungsstation mitSuppe, Tee, Hefezopf usw. wurde dies auch wieder korrigiert.

Jetzt ging es wirklich viel bergab...bis km 42 halt...aber nach den 3 Kaiserbergenund Schwäbisch Gmnd in der Ferne war dies jetzt nur noch ein Klacks...

Nach Absprache und auch Bitten von Conny nahm ich ab Km40 etwas mehr Fahrt auf.Wir blieben aber sehr lange in Blickkontakt und sammelten beide nun etlicheLäufer/innen ein, die wohl anfangs zu schnell unterwegs waren...
Zwischen Km 11 und Schluss waren dies übrigens über  50 TN, allein davon20 bei den letzten 5 km.
Für uns ein tolles Gefühl...für die Überholten nicht immer. Der ein oderdachte, dass wir Teilnehmer einer Staffel waren....so ist's halt ;-)

Dies war wohl das Resultat eines perfekt eingeteiltem Rennen und wahrscheinlich einer guten Vorbereitung. Die Ernährung während des Rennen rundete dasganze vielleicht ab...

So kam es dann, dass Conny mit 5:34 Stunden Ihren ersten Ultra finishte.
Ich war kurz vor ihr im Ziel mit einer 5:30 auf der Uhr.

Halt, fast hätte ich es noch vergessen....Conny wurde noch AK2. ...Hammer

Wir waren (...quatsch, wir sind es noch) sehr sehr happy und zufrieden. Einschönes Event geht zu Ende...

Vielen Dank an alle, die uns die Daumen gedrückt haben, an Conny's Mann Michafür die Begleitung und den Support  vorort, an meine Family für dieUnterstützung in der Vorbereitung und letztendlich an Conny für die Bilderwährend des Laufes.

Der nächste Ultra kann kommen...    ;-)

Gruß Markus


Weitere Laufberichte, Infos und Ergebisse unter
www.albmarathon.de