Drei Länder Giro in Nauders am 22.06.2014

von Georg   

 

Es ist das lange Fronleichnams Wochenende 2014. Es ist schneller herangeflogen als gedacht. Einerseits war die Vorfreude bei Jule schon seit Wochen zum Greifen nahe, andererseits für Georg etwas zu nahe am WE der Kraichgau Challenge. Aber ich hatte die Woche dazw. ja wirklich "Piano" trainiert. Ein lockeres Läufchen mit Jule, während dessen wir uns nochmals kurz abgestimmt hatten..übersetzungen, Essen, Eventualitäten . Am Feiertag noch eine lockere Radrunde mit Jaque, das musste als Vorbereitung für den Giro reichen.
Am Freitag 20.06. ging es los. Jule mit seinen Eltern - Undine und Michael- holen mich im Wohnmobil ab- herrlich so ein mobiles Haus. Wir rollen los, abhängen im WoMo, Radzeitung lesen, Ernährung hin und her diskutieren,.. die letzten Tips von Galli und Arno durchsprechen- Arno und Galli danke für Euren Support- beide sind das Ding schon gefahren.

In Nauders suchen wir uns einen Stellplatz, Verpflegen und schlafen... Am Samstag fahren wir die Radstrecke mit dem WoMo ab, um nicht ganz unvorbereitet zu sein. Vorbei am Reschensee geht es Richtung Stilfser Joch. 44 kehren schlängeln sich auf 2760 m hoch. Unglaublich was sich diesen Pass alles hochquält. Angefangen von Radfahrern, meist mit dem Rennrad, Alte Traktoren , Oldtimer, Sportwagen und zu guter letzt Motorräder.
Ab 2000m kann einem dieser Pass schon Respekt einflössen. Zwei Wochen davor bin in den Mt. Ventoux mit ca. 2000 m gefahren, der ist nichts gegen das St. Joch.

Abends noch die Fahrräder präpariert, ..das Länderspeil angeschaut, die Fußballer jammern wieder übers Wetter, Luftfeuchtigkeit und was die Herren in 90 min für eine Belastung haben, unglaublich was für Waschlappen Fußballer sind. wir können nur darüber lachen ...am Abend ist in Nauders noch das Race Across the Alps zu Enden gegangen 580 km und 12000Hm an einem Stück..Wettkampfzeit zw. 22 und 30Stunden. Keiner der Finisher hat sich beim Interview über die Luftfeuchtigkeit oder das Wetter beschwert...wir können nur darüber lachen..wir werden morgen ca. 5 Std fahren, angefangen bei ca. ( 8°C am Morgen, ca. 10 °C auf dem Pass, und 30 °C im Tal)

Sonntag Morgen 5.00 Uhr- unser persönlicher D-Day steht bevor. Start ist um 6.30 Uhr zusammen mit 3000 anderen Startern- 1500 für Strecke A, in unserem Fall Strecke B mit ebenfalls 1500 Startern die 118km und 2700 Höhenmeter bewältigen wollen. Michael und Undine haben alles inkl. Frühstück perfekt vorbereitet. Danke für diesen Mega Support.

6.20 Uhr Wir stehen an der Startlinie, beide im neuen Kasper Teamtrikot. Es stellt sich ein unheimliches Glücksgefühl bei uns ein. Endlich geht es los. Startschuss. Es ist Vorsicht angesagt, damit man keinem ins Rad fährt, für einen Triathleten keine leichte übung, normal sind wir ja auf unsere Windschattenbox gepolt. Nun heißt es ein geeignetes Hinterrad finden, an dem man "lutschen" kann.

Nach 5km ist Jule weg. Einfach unglaublich was er tritt. Zu dem Zeitpunkt hoffe ich für Ihn dass er sich das Rennen einteilen kann. .. Wir kommen nach 39 km zum St. Joch Pass. Es geht flott Berg an, und nach 2 Std. Fahrzeit haben wir Travoi schon hinter uns gelassen, die Ersten der 44 Kehren stehen. Unterwegs das ein oder anders Schwätzchen, alle beschäftigen sich mit den selben Dingen. Ich versuche noch ein paar Tipps von Giro Veteranten zu erhaschen. Nachdem ich meinen Tritt gefunden habe, geht es stetig Berg an. Gegen 10 Uhr kommen die ersten Mopeds den Pass hoch geblasen, für mich eine nette Abwechslung für mein Kopfkino, ich hänge den Drehzahlen der Reihenvier und V- Twins nach, und wünsche mir nur ein halbes PS von Ihnen. Irgendwann gegen 10.30 Uhr bin ich oben. Windjacke anziehen. Es ist kalt hier. Rechts und links der Strasse sitzen noch 1,5 m Schnee. Von Jule keine Spur. Gut er hat es also geschafft und keine größeren Probleme gehabt. Rasante Abfahrt, einige beheben schon Ihre Platten am Strassen Rand. Abfahrt über den Umbrailpass, dazw. ist ein Stück Schotterstrasse zu bewältigen. Die nächsten Reifenplatzer im Feld. Ich erreiche unbeschadet des Asphalt. Jule und ich haben uns beide für Schlauchreifen Conti 4000 S in 25 mm entschieden, genau richtig denke ich.

Weiter geht die Abfahrt nach St. Maria. Dann geht es flach zur Schweitzer Grenze und weiter in Richtung Nauders. Endlich kann ich mich auch wieder an ein Hinterrad herankämpfen, allerdings wäre eine Gruppe bei dem Gegenwind besser. Der letzte Anstieg kommt in Sichtweite. 20km mit max. 17% Steigung . Inzw. ist es ziemlich warm, Jogis Jungs würden jetzt wahrscheinlich schon wieder jammern..dazu bleibt keine Zeit.
Am letzten Stück finde ich eine junge Fahrerin die am Berg stark ist, auf den Flachetappen hängt sie sich an mein Hinterrad. Die letzten 8 km haben wir einen wahren Sprintzug in Richtung Nauders, alle sind einmal im Wind und pressen für die anderen. Geschafft. Mehr war nicht drin in den Beinen. Jule steht da und wartet. Gott sei Dank. Undine und Michael sind auch da.
Vielen Dank Euch dreien für Alles !!

Ergebnisse:

Julius: 5:01:55
Georg: 5:50:38